Im Stimmgerät
So funktioniert ein Online-Gitarrenstimmgerät
Geprüft und aktualisiert 2026-08-15
Erfahre, wie der Browser Mikrofonton in eine Frequenz umwandelt, die nächste Note findet und anzeigt, ob eine Saite zu tief oder zu hoch ist.
Ein Online-Stimmgerät „hört“ eine Note nicht wie ein Mensch. Es empfängt eine sich schnell ändernde Wellenform, schätzt, wie oft sie sich pro Sekunde wiederholt, und vergleicht die Frequenz mit einer Tabelle musikalischer Noten.
1. Der Browser empfängt Mikrofonton
Nach deiner Freigabe erzeugt die Web Audio API einen Live-Audiostream. Guitar-Tuner.org analysiert ihn lokal. Für die Tonhöhenschätzung muss keine Aufnahme hochgeladen oder gespeichert werden.
Audio wird als Folge von Samplewerten dargestellt. Statt einen endlosen Stream auf einmal zu untersuchen, arbeitet das Stimmgerät mit kurzen Blöcken. Die Website verwendet derzeit 4.096 Samples: lang genug für wiederkehrende tiefe Gitarrenwellen und dennoch reaktionsschnell.
2. Tonhöhenerkennung findet Wiederholungen
Ein stabiler musikalischer Klang wiederholt sich annähernd periodisch. Wiederholt sich ein Zyklus 110-mal pro Sekunde, beträgt die Grundfrequenz 110 Hz — das Ziel für A2. Reale Saiten erzeugen zusätzlich Obertöne als Vielfache der Grundfrequenz. Sie formen den Klang und erschweren die Erkennung.
Guitar-Tuner.org nutzt Aubio zur Schätzung. Zu leise, außerhalb des Instrumentenbereichs liegende oder zwischen Analysefenstern instabile Werte werden verworfen. Dadurch entstehen weniger Sprünge durch Raumgeräusche und den scharfen Transienten beim Anschlag.
Beispiel: die offene A-Saite erkennen
Drei stabile Fenster ergeben 109,7, 109,9 und 109,8 Hz. Da die Werte eng beieinanderliegen, akzeptiert das Stimmgerät das Signal und vergleicht etwa 109,8 Hz mit den Zielnoten. A2 bei 110 Hz ist am nächsten.
3. Eine Frequenz wird zur Note
Noten der gleichstufigen Stimmung folgen einem logarithmischen Muster. Jeder Halbton multipliziert die Frequenz mit der zwölften Wurzel aus zwei. Die nächste Note relativ zu A4 = 440 Hz lässt sich berechnen:
Notenabstand = 12 × log₂(gemessene Frequenz ÷ 440)
Das Runden auf den nächsten ganzen Halbton bestimmt die Note; der Rest wird zum Stimmfehler.
4. Cent beschreiben den verbleibenden Fehler
Der nächste Notenname ist nur ein Teil der Antwort. 109,8 Hz und 111 Hz können beide A2 sein, doch der erste Ton ist leicht zu tief, der zweite zu hoch:
Cent = 1200 × log₂(gemessene Frequenz ÷ Zielfrequenz)
| A2-Messung | Abweichung | Anweisung |
|---|---|---|
| 109,0 Hz | etwa −16 Cent | Saite anziehen |
| 110,0 Hz | 0 Cent | Gestimmt |
| 111,0 Hz | etwa +16 Cent | Saite lockern |
Warum die Anzeige manchmal springt
- Scharfer Anschlag: Ein harter Anschlag dehnt die Saite vorübergehend.
- Dominierende Obertöne: Der Detektor folgt kurz einem Oberton.
- Mehrere Klänge: Andere Saiten oder Raumgeräusche erzeugen konkurrierende Signale.
- Schwaches Signal: Große Entfernung zum Mikrofon erschwert die Trennung vom Rauschen.
- Abklingende Note: Mit sinkender Lautstärke wird die Schätzung instabiler.
So erhält das Stimmgerät ein sauberes Signal
- Dämpfe die Saiten, die du nicht stimmst.
- Bringe das Instrument in angemessene Nähe zum Mikrofon.
- Schlage einmal mäßig an und lass die Note ausklingen.
- Warte einen Moment, bis sich der Anschlag beruhigt.
- Nimm kleine Korrekturen vor und schlage erneut an, statt den Wirbel ständig zu drehen.
Mikrofonmodus oder Stimmen nach Gehör
Der Mikrofonmodus misst die Tonhöhe und liefert schnell ein objektives Ziel. Beim Gehörmodus hörst du eine Referenznote und vergleichst selbst. Das Stimmen nach Gehör trainiert die Wahrnehmung, der automatische Modus eignet sich besser zur präzisen Intonationskontrolle.
Häufig gestellte Fragen
Sendet das Stimmgerät Mikrofonton an einen Server?
Nein. Die Analyse erfolgt im Browser. Der Browser kontrolliert weiterhin die Mikrofonberechtigung, die du in den Website-Einstellungen entfernen kannst.
Warum zeigt es die falsche Saite?
Die Saite kann weit vom Ziel entfernt sein oder der Detektor einem starken Oberton folgen. Wähle die gewünschte Saite manuell, dämpfe die anderen und vergleiche Oktave und Frequenz mit dem erwarteten Ziel.