Grundlagen des Stimmens
Frequenztabelle für Gitarrensaiten: Standardstimmung erklärt
Geprüft und aktualisiert 2026-08-15
Ordne jeder Saite der Standardstimmung ihre Note, Oktave und Zielfrequenz zu — vom tiefen E2 bis zum hohen E4.
In der Standardstimmung wird eine sechssaitige Gitarre von der dicksten zur dünnsten Saite E–A–D–G–B–E gestimmt. Beide E-Saiten haben denselben Notennamen, liegen aber zwei Oktaven auseinander und besitzen deshalb sehr unterschiedliche Frequenzen.
| Saite | Note | MIDI | Frequenz |
|---|---|---|---|
| 6. — dickste | E2 | 40 | 82,41 Hz |
| 5. | A2 | 45 | 110,00 Hz |
| 4. | D3 | 50 | 146,83 Hz |
| 3. | G3 | 55 | 196,00 Hz |
| 2. | B3 | 59 | 246,94 Hz |
| 1. — dünnste | E4 | 64 | 329,63 Hz |
Warum die Oktavzahl wichtig ist
Ein Notenname wiederholt sich in jeder Oktave. Eine Oktave nach oben verdoppelt die Frequenz, eine nach unten halbiert sie. Das tiefe E2 bei 82,41 Hz, E3 bei 164,81 Hz und das hohe E4 bei 329,63 Hz klingen alle wie E, liegen aber in deutlich verschiedenen Registern.
Beispiel: Das Stimmgerät zeigt E, die Saite ist trotzdem falsch
Liegt die sechste Saite nahe 164,81 Hz, kann sie als E3 erkannt werden. Das ist zwar ein E, aber eine Oktave über dem richtigen Ziel E2; die Saite steht unter gefährlich hoher Spannung. Nicht weiter anziehen, sondern auf 82,41 Hz herunterstimmen.
Wie Frequenzen berechnet werden
Moderne Stimmgeräte nutzen meist die gleichstufige Zwölftonstimmung. Ausgehend von A4 = 440 Hz verändert jeder Halbton die Frequenz um die zwölfte Wurzel aus zwei:
Frequenz = 440 × 2^(Halbtöne von A4 ÷ 12)
A2 liegt 24 Halbtöne unter A4, daher beträgt seine Frequenz 440 × 2−2 = 110 Hz.
Frequenz und Cent
Frequenz wird in Hertz gemessen, Cent beschreiben den musikalischen Abstand zwischen zwei Tonhöhen. Ein Halbton enthält 100 Cent. So kann das Stimmgerät die Entfernung zum Ziel anzeigen, obwohl die Hertz-Zahl pro Cent je nach Register unterschiedlich ist.
| Messwert für A2 | Ungefähre Lage | Was zu tun ist |
|---|---|---|
| 108,42 Hz | −25 Cent | Leicht anziehen |
| 110,00 Hz | 0 Cent | Gestimmt |
| 111,60 Hz | +25 Cent | Leicht lockern |
Eine zuverlässige Stimmreihenfolge
- Beginne mit der sechsten Saite und arbeite zur ersten: E2, A2, D3, G3, B3, E4.
- Schlage jeweils nur eine Saite mit mäßiger, gleichmäßiger Kraft an.
- Warte, bis der anfänglich scharfe Einschwingvorgang abgeklungen ist.
- Nähere dich dem Ziel möglichst von unten, damit kein Spiel am Stimmwirbel bleibt.
- Wiederhole die gesamte Folge, weil eine geänderte Saite Hals- und Stegspannung leicht beeinflusst.
Verwenden Akustik- und E-Gitarre dieselbe Tabelle?
Ja. Standardmäßige sechssaitige Akustik- und E-Gitarren nutzen E2–A2–D3–G3–B3–E4. Saitenmaterial, Mensur und Tonabnehmer beeinflussen Klang und Spielgefühl, nicht die vorgesehenen Standardfrequenzen.
Häufig gestellte Fragen
Warum bewegt sich die Note nach dem Anschlag?
Ein harter Anschlag dehnt die Saite kurz und kann den ersten Wert erhöhen. Mit abklingender Schwingung stabilisiert sich die Tonhöhe. Schlage mäßig an und bewerte den stabilen Teil.
Soll jede Gitarre A4 = 440 Hz verwenden?
A4 = 440 Hz ist die häufigste Konzertreferenz und die Voreinstellung dieses Stimmgeräts. Ein Ensemble kann eine andere Referenz wählen, aber alle Beteiligten müssen dieselbe verwenden.